Sydney

… ist natürlich nicht die Hauptstadt von Australien – das ist noch immer Canberra – aber Sydney ist wohl die bekannteste Stadt Australiens. Die ganze Welt kennt das extravagant gestaltete Opern Haus von Sydney, für viele das most sexiest Gebäude der Erde. Ebenso bekannt ist die Harbour Bridge am Eingang zum Hafen. Jedes Jahr zum Jahreswechsel gehen die Bilder der bunt erleuchteten Brücke, von der Feuerwerkskörper in die finstre Nacht geschossen werden, um das neue Jahr zu begrüßen, um die Welt.

Sydney liegt an der australischen Ostküste und ist mit 5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Australiens. Aus prähistorischen Funden schließen Wissenschafter, dass die Gegend um Sydney schon vor 30.000 Jahren besiedelt war. Die jüngere Geschichte von Sydney geht in das 18. Jahrhundert zurück als die Briten hier ein Strafkolonie für ihre Straftäter gründeten.  Diese Strafkolonie war die erste europäische Siedlung in Australien. 1840 war der letzte Gefangenentransport nach Sydney. Seitdem entwickelte sich Sydney zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Hotspot. 1842 wurde Sydney Australia’s erste Stadt. Nach dem zweiten Weltkrieg machten Millionen von Einwanderern Sydney zur ersten australischen Großstadt und zu einem multikulturellen Zentrum.  Sydney ist immer eine Reise wert. Wir nutzten Jakobs Semesterferien und machten einen „Abstecher“ ( 8 Stunden Flug von Singapore) nach Sydney. Es war eine tolle Woche mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Einige davon will ich im Folgenden schildern:

The bridge climb – Besteigung des Sydney Harbour Bridge

Im März 1932 wurde die Sydney Harbour Bridge eingeweiht. Wegen ihrer Form wird sie auch liebevoll Kleiderbügel genannt. Mit einer Länge von 503 Metern und einer Höhe von 138 Metern im Scheitelpunkt ist sie einer der größten und längsten Bogenbrücken der Welt. Beide Stahlbögen der Brücke können bestiegen werden.

Pünktlich um 9.00 Uhr morgens waren wir im Büro des Unternehmens, das die Besteigung der Brücke organisiert. Nach einer kurzen Einführung erhielten wir die Kletterausrüstung: einen blauen Kletteroverall und einen Klettergurt, mit dem wir während der ganzen Brückenbesteigung an den Stahlseilen der Brücke gesichert waren. Unsere Klettergruppe bestand aus 14 Personen. Über Kopfhörer waren wir mit dem Kletterguide verbunden. Während der Besteigung erzählte er uns allerlei Wissenswertes über die Geschichte der Brücke und des Hafens:

– 8 Fahrspuren, 2 Eisenbahnspuren, 1 Gehweg, ! Radweg und die gewaltige Breite von 59 Metern brachten der Brücke einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde

– 52,000 Tonnen Stahlen wurden verbaut und das Gerüst der Brücke wird von mehr als 6 Millionen Nieten zusammengehalten

– 270,000 Liter Farbe wurde gebraucht um die 485,000 m2 Stahl anzustreichen. Heute braucht man nur mehr 30.000 Liter Frage um der Brücke einen neuen Komplettanstrich zu verpassen. Um die Brücke einmal total anzustreichen braucht es 10 Jahre und einmal fertig beginnt der Brückenanstrich gleich wieder aufs Neue.

– Paul Hogan, der Hauptdarsteller im Abenteuerfilm Crocodile Dundee, arbeitete einst auch als Anstreicher auf der Brücke

Gut gesichert und bestens geführt  näherten wir uns Schritt für Schritt dem höchsten Punkt der Brücke in 138 Meter Höhe, wo uns ein berauschender Ausblick für alle Mühen entlohnte. Leider war es uns nicht erlaubt, unsere eigenen Kameras mitzunehmen. So bemühten wir uns, die Eindrücke möglichst tief in unsere Erinnerung einzuprägen.  In Summe dauerte das Brückenabenteuer 3 ½  Stunden – auf alle Fälle ist’s es wert und ein bleibendes Erlebnis – auf alle Fälle zu empfehlen!

Das zweite Wahrzeichen der Stadt ist das Opernhaus in unmittelbarer Nähe zur Brücke. Zweifelsfrei ist es die berühmteste Oper der Welt was die Architektur angeht. Sie wurde vom dänischen Architekten Jörn Uzton entworfen und im Oktober 1973 eingeweiht. Die einen sehen in der außergewöhnlichen Architektur eine Muschel andere wiederum ein Segel. Der Architekt selbst sagt das Opernhaus ist an eine aufgeschälte Orange angeglichen.  Das Opernhaus ist nicht auf die Aufführung von Opern und anderer klassischer Stücke beschränkt. Viel mehr ist die Oper von Sydney ein allgemeiner Aufführungsort, wo Kunst und Kultur der unterschiedlichsten Genres dargeboten wird.

Einige Fakten zum Haus: Das Opernhaus hat über 1000 Räume, 5 Konzerthallen, fünf Probestudios, 2 Hauptaufführungshallen, 4 Restaurants, 6 Bars und zahlreiche Souvenirshops.  Mit dem Strombedarf der Opera könnte eine Stadt mit 25.000 Einwohnern versorgt werden. Insgesamt wurden 645 Kilometer Stromkabel verlegt. Die Orgel der Konzerthalle ist mit mehr als 10.000 Orgelpfeifen die größte der Welt. Das Dach der Opera besteht aus 1.056.000 glasierten, weißen Granitfliesen.

Die urspüngliche Kostenschätzung für den Bau der Oper lag bei 7 Mio Dollar. ZU seiner Fertigstellung im Jahr 1973 wurden in Summe 102 (!) Millionen Dollar verbaut.

Königin Elisabeth II von England eröffnete die Oper am 20. Oktober 1973. Beethoven’s 9. Symphonie wurde zur Eröffnung aufgeführt.

Wir schauten uns im der Sydney Oper ein Konzert des amerikanischen Rapiers Icecube an. Das Konzert war nicht wirklich unseres und so verließen es in der Pause. Neben der Oper und dem Bridge Climb haben wir auch alle andere touristischen Hotspots in Sydney besucht: das berühmte Sea World mit seinen zahlreichen Haifischen in riesigen Aquarien; den Taronga Zoo und natürlichSydney’s berühmteste Strände, den Bondi Beach und den Manly Beach.

Mit dem Besuch von Sydney hat Jakob alle Kontinente der Erde bereist (okay, die Antarktis, wenn man sie als eigene Kontinent zählt, fehlt noch) Er schaffte das bevor er zwölf Jahre alt war – ich brauchte exakt 60 Jahre um alle Kontinente der Erde zu bereisen. Die Zeiten haben sich radikal gewandelt seit ich ein kleiner Junge war!

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