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Momo und die grauen Gentlemen

Metropolis sind hypermoderne Bürotürme, die gemeinsam mit Biopolis ein geschäftiges Businessviertel in Buena Vista bilden. Hier, inmitten der viele Stockwerke hohen Glasbürotürme finden sich einige Skulpturen, die stark an die grauen Männer in der Fantasygeschichte Momo erinnern. Zur Erinnerung und auch zum Nachdenken eine kurze Inhaltsangabe zu Momo und die grauen Gentlemen von Michael Ende / 1973:

Momo ist ein kleines, aus einem Kinderheim entlaufenes Mädchen. Sie besitzt nur das was sie am Leibe trägt. Selbst ihr Alter weiß sie nicht. Ob sie nun 7, 10 oder 12 Jahre alt ist spielt aber keine Rolle. Einzig wichtig ist die kindliche, unverdorbene Einstellung zum und ihre Freude am Leben.

Sie lebt in den Ruinen eines alten Amphitheaters in der Stadt. Immer mehr Leute, Kinder und Erwachsene aus der Stadt kommen sie dorthin besuchen. Denn Momo hat etwas ganz Besonderes zu geben: Sie verschenkt Zeit! Sie hat Geduld. Sie hört den Leuten zu und die Kinder können nach Herzenslust und so lange sie wollen spielen und herumtollen. Alles und scheinbar noch so banale und nutzlose Dinge sind in Momos Reich erlaubt und wichtig.

Zunächst unbemerkt machen sich Agenten der Zeitsparkassa in der Stadt ans Werk. Es sind graue Herren, die den Leuten vorrechnen wie viel Zeit sie sparen können, wenn sie scheinbar nutzlose und unsinnige Dinge aus ihrem Leben streichen. Die grauen Herren rauchen unentwegt kleine graue Zigaretten. Ihr Rauch verbreitet eine eisige Kälte, vor der man sich nicht schützen kann.

Indem sie scheinbar nutzlose Dinge wie einem Freund zuzuhören oder mit ihren Kindern spielen aus ihrem Leben streichen, sparen die Menschen nun tatsächlich viel Zeit. Aber so paradox es klingen mag,  je mehr Zeit sie einsparen umso weniger Zeit haben sie nun. Die Menschen hetzen herum und gönnen sich weder Pausen noch Vergnügungen.

Noch agieren die grauen Zeitdiebe unbemerkt von den Menschen. Nur Momo ist ihnen auf die Schliche gekommen und versucht die Menschen vor ihnen zu warnen. Dadurch gerät sie ins Visier der grauen Männer und nur mit Hilfe der Schildkröte Kassiopeia kann sie aus der Stadt fliehen. Diese bringt Momo zu Meister Hora, der die Zeit aller Menschen verwaltet. Er verteilt die Lebenszeit an die Menschen und diese entscheiden, wie sie mit ihrer Zeit umgehen.

Meister Hora führt Momo an einen wundersamen Ort, an dem geheimnisvoll schöne Blumen blühen. Umgeben von lieblichen Klängen fühlt sich Momo an diesem Ort unendlich wohl. Wie sie später erfahren sollte, ist der wundersame Ort Momos ureigentliches Ich, ihr eigenes Herz.

Die geheimnisvollen schönen Blumen sind die Stunden Blumen. Sie wachsen in den Herzen der Menschen und bestimmen deren Lebenszeit. Die grauen Männer stehlen aus den Herzen der Menschen diese Stunden Blumen und machen aus den Blumenblüten die Zigaretten, die sie für ihr eigenes Überleben brauchen.

Momo kehrt zurück in die Stadt doch alle ihre Versuche, die Menschen zur Umkehr zu bewegen, scheitern. Selbst ihre besten Freunde, der Straßenkehrer Beppo und der Geschichtenerzähler Gigi sind zu
Opfern der grauen Zeitdiebe geworden.

So kommt Meister Hora der kleinen Momo nochmals zu Hilfe. Er hält die Zeit der Welt für eine Stunde an. In Panik eilen nun die grauen Männer zu ihrem Stunden-Blüten Lager um sich einen möglichst großen
Anteil von den eingelagerten Blüten zu sichern. Wegen der stillstehenden Zeit gibt es keinen Nachschub mehr an Blüten, die die grauen Männer so dringend für ihr eigenes Überleben brauchen. Sie beginnen sich gegenseitig zu bekämpfen bis nur mehr wenige von ihnen übrig sind.

Momo, die den grauen Männern heimlich gefolgt ist, verschließt die Türe zum Stunden Blüten Lager. Die Zeitdiebe können sich ohne Blüten keine Zigaretten mehr drehen, die für ihr Überleben notwendig sind. Und schon bald löst sich der letzte von den grauen Männern in Luft auf.

Die Menschen aber finden wieder zueinander, die Kinder tollen wieder vergnügt herum. Die Freude und das Glück ist zu den Menschen zurückgekehrt.

Bilder - Die grauen Gentlemen

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