Hydrospeed – Wildwasserfaszination in Chile

ca_ hydrospeed_02Hydrospeed, das ist Wildwasserfaszination, aber auch die Gefahren des Wassers, Strudel, versteckte Felsen und Stromschnellen, hautnah erleben. Mit dem Oberkörper liegt der Hydrospeeder auf einem Plastikfloß, Schwimmflossen an den Füssen unterstützen die Steuerung, ein Helm soll vor möglichen Kopfverletzungen und ein Neoprenanzug vor Abkühlung schützen. Mit dem wenige Zentimeter dicken Floß schwimmt der Abenteurer direkt über der Wasseroberfläche und spürt so unmittelbar die enorme Kraft des Wassers.

Die Gefahren des Wassers und die Kraft eines Gebirgsflusses maßlos unterschätzend, buche ich in Pucon (Chile) eine Hydrospeedtour. Neben mir werden noch zwei brasilianische Abenteurer sich im Hydrospeed versuchen. Zunächst wundere ich mich, warum jeder von uns eine eigene Sicherheitsperson zur Begleitung beigestellt bekommt – wo ich doch nur ein bisschen dem Wasser hinunter gleiten möchte. Als dann noch zwei Kajakfahrer und ein Wasserguide zur Gruppe stoßen, beginne ich zu erahnen, dass ich mich leichtsinnig auf ein Wagnis eingelassen habe.

Die Einschulung, lenken mit Hilfe der Flossen, Eskimorolle, um im Falle eines Sturzes wieder Oberwasser zu gewinnen und ein bisschen Herumpaddeln finden noch im seichten, ruhigen Gewässer statt.

Dann geht es hinaus in das Wildwasser. Schon bald weicht die Vermutung der Erkenntnis, dass ich an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit gehen werde müssen, um dieses Abenteuer unbeschadet zu überstehen. Ich werde zum Spielball der Kräfte des Wassers und nur mit Mühe kann ich den Kurs, den unser Guide vorgibt, einhalten. Immer wieder muss die mir zugeteilte Sicherheitsperson mich und mein Floß auf Kurs bringen und verhindern, dass ich abdrifte und unkontrolliert über eine Stromschnelle oder einen Wasserfall stürze.

In den kurzen Verschnaufpausen spüre ich Angst um meine Gesundheit und weiß, dass dieses Abenteuer mich auch mein Leben kosten kann. Doch ein Aussteigen ist nicht mehr möglich. Bis zu 50 Meter hohe Felswände entlang dem Ufer und undruchdringlicher Wildwuchs machen ein vorzeitiges Aussteigen unmöglich. Bestenfalls, so erklärt mir mein Securitymann, ist eine Rettung aus der Luft möglich – „aber das machen die hier nur, wenn es einen Toten zu bergen gilt.“

Es geht weiter – und ich mache einmal mehr die Erfahrung: Sobald ich mich mit meinem Floß den Wellen anvertraut habe, ist jegliche Angst wie weggeblasen. Meine ganze Energie und Aufmerksamkeit ist durch die Anstrengung heil am Ziel der Tour anzukommen, gebunden.

Nach drei Stunden Abenteuer, über riesige Wellen, Stromschnellen und einige kleinere Wasserfälle erreichen wir das Ziel der Hydrospeedfahrt. Erschöpft steige ich aus dem Wasser und weiß, dass ich diesmal mein Glück besonders herausgefordert habe.

Bildgalerie zum Wildwasserabenteuer in Chile

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