Leben in Singapur

Ein erstes Résumé

Gerade heraus gesagt: Die ersten Tage hier in Singapur sind kein Honiglecken. Manchmal fühlt man sich wie der sprichwörtliche Esel, der, wenn es ihm zu gut geht, auf’s Eis tanzen geht. Erst jetzt bemerken wir, wie viele Dinge in Österreich routinemäßig und daher so easy ablaufen: Zum Beispiel so etwas Banales wie Einkaufen in Supermarkt: In Österreich weißt Du, wo, in welchem Gang und in welchem Regal welches Produkt zu finden ist. Hier in Singapur musst  du zuerst mal das gewünschte Produkt mühevoll identifizieren (welche Kindermilch, welches Grießkoch, welche Würstel, welches Yoghurt usw.) Dann kurvst du mit dem Einkaufswagerl durch endlose Gänge um am Ende zu erkennen, dass du doch den falschen Gang entlang gelatscht bist. Und mit jeder Minute länger im Supermarkt, werden die Kinder unruhiger (Savannah und Robin im Einkaufswagerl, Jakob, der anfangs brav einher marschiert und nun hinterfragt, warum wir soviel Zeit im Supermarkt verplempern) Und eigentlich ist es dann das Gezerre, Meckern und Maulen der Kids, das dir den letzten Nerv zieht. Und schließlich erkennst Du noch, dass du dich bei der falschen Kassa angestellt hast: Bei jeder Kassa steht hinter der Kassiererin eine Hilfskraft, die die Sachen fein säuberlich nach Produktgruppen aufgeteilt, in eine Vielzahl von Plastiksackerln ordnet. Richtig vermutet: wir stehen bei der einzigen Kassa, wo diese Hilfskraft fehlt und die Kassiererin gleichzeitig die Plastiksackerln befüllt. Dementsprechend lang hat’s gedauert, bis wir endlich an der Reihe waren. Die Nerven liegen blank und in diesem Moment würde der oft genannte Tropfen, oder plastischer ausgedrückt, der berühmte Funke die ganze chose zum Explodieren bringen.

In Summe haben wir knapp dreieinhalb Stunden im Supermarkt zugebracht, nur die Hälfte dessen eingekauft, was wir eigentlich haben wollten und dafür um ein Drittel mehr gelöhnt als bei unserem Wiener Merkurmarkt in der Bergmillergasse.

Andere Geschichte: Jakob und ich sind mit dem Hotelbus in die shopping mall gedüst, um einige Einkäufe zu tätigen. Es ist knapp 23.00h als wir zurück ins Hotel fahren wollen. Da der Hotelbus nicht mehr fährt, suchen wir ein Taxi – und das wird zur Odyssee: Ein Unzahl von Taxis kurven zwar um die shopping mall, aber immer wenn wir uns eines greifen wollen, winkt der Fahrer ab und jemand anderer steigt ein und düst ab. Ich frage jemanden, wie wir es schaffen können, von einem Taxi mitgenommen zu werden. Eigentlich ganz einfach: mit dem smartphone ordert man bei einem der vielen Taxiunternehmen oder via app ein Taxi, man bekommt das Kennzeichen vom Taxi, das einem abholen wird und wartet bis das Taxi da ist. Unser Problem: wir haben noch kein smartphone! Also frag ich eine Singapuresin, ob sie uns helfen kann. Tut sie auch, aber als sie dann ihre Kreditkartennummer für unsere Fahrt bekanntgeben soll, hört sich doch die Freundlichkeit auf – zumindest gibt sie uns noch den Tipp, über den boardwalk zum Casino zu laufen (ca. 700 m), dort wird es leichter sein, ein Taxi zu ergattern. Wir latschen also mit einer Vielzahl von Plastiksäcken in Händen hinüber zum Casino, und tatsächlich gibt‘ s hier mehrere Taxis, die noch zu haben sind. Aber jedes mal wenn ich unsere Adresse sage, winkt der Fahrer ab und gibt jemand anderen den Vorzug. Ich beschließe, beim nächsten Taxi einfach einzusteigen und erst wieder bei unserem Hotel auszusteigen, egal wie sehr der Taxifahrer auch meckern mag. Gesagt getan – das nächste Taxi ist da. Ich warte bis Jakob neben mir im Taxi Platz  genommen hat, sage dem Fahrer die Adresse und wieder will er uns abwimmeln. Aber wir bleiben sitzen, der Taxifahrer wird wütend, ich sage ihm er soll fahren oder die Polizei rufen, aber wir steigen hier nicht mehr aus. Der Fahrer gibt nach und fährt los, um nach weniger als 5 Minuten vor unserem Hotel stehen zu bleiben. Nun verstehe ich: wir waren gerade einmal einen Katzensprung von unserem Hotel entfernt, natürlich will da keiner der Taxis eine einträglichere Fuhre verpassen, ….. gerade mal 2,10 S$,– scheinen am Taximeter auf. Mit der Grundgebühr von 3,70,–S$ macht das gerade mal 5,80,–S$ (ein wenig mehr als 4,–€). Erleichtert im Hotel zurück zu sein zeigen wir uns großzügig und geben dem Taxifahrer 12S$,–

Nebenbei erwähnt: Taxifahren ist in Singapur spottbillig. Für Strecken, wo man in Österreich locker 50,–€ ablegt, bezahlt man hier in Singapur gerade mal 10,–€ (= ca, 15S$,–)

Ein erstes Resümee von hier in Singapur: Aller Anfang ist schwer, aber es gibt Nichts, was nicht zu schaffen ist!

Und natürlich gibt es auch schöne Erlebnisse. Die wollen wir mit der angeschlossenen Bildergalerie dokumentieren.

 

 

 

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