Leben in Singapur

Der 1. Schultag

Wir schreiben den 15. August 2016. Ein besonderes Datum – es ist der erste Schultag für Savannah, Robin und Jakob hier in Singapur. Wir haben alle drei Kids im Campus der Stamford International School Singapur eingeschrieben. Die Stamford ist Teil der Cocgnita Gruppe, einem international tätigen Schulverein mit insgesamt 67 Schulen in Europa, Lateinamerika und Asien.

Der Campus wurde 2011 neu erbaut. Ein 200 Mio € Bau, der alle Stückerln spielt: Großzügige, helle Klassenzimmer mit tollem Lernequipment, ein Innovation Center und 3D Drucker, ein 500 Personen Theater, ein Börse Übungsplatz mit Zugang zur Wall Street, großzügige Sporteinrichtungen wie ein Sports Stadium, Olympia Schwimmbecken und Kletterwand und und und …

Jeder Student der Unterstufe (Kindergarten – 5th grade) bekommt von der Schule einen iPad zur verfügung gestellt, die Studenten der höheren Schulstufen bekommen als Lernhilfen ein Mac Book.

Wir stehen vor unserem Apartment auf Sentosa und warten auf das Taxi: unsere Kids fein säuberlich in Schuluniformen gekleidet, die Eltern weit mehr nervös als die Kids selber. Vor allem eine Frage bewegt uns: „Wie werden sich unsere Kinder zurecht finden? Englisch ist die Sprache am Campus und unsere Kinder sprechen und verstehen kein Englisch?“

Der Eintritt in den Schulcampus ist nur mit einer Magnet Identitycard möglich. Securities stehen an allen Eingängen. Leichter als gedacht finden wir die Klassen unserer Kids in den unterschiedlichen Schulgebäuden. Dann der Sprung ins kalte Wasser. Ein letztes „das wirst du schon schaffen Jakob“ und schwupps verschwindet er in seiner Klasse!

Danach bringen Claudia und ich Savannah und Robin zum Kindergarten. Mit weiteren 10 Kindern bilden sie eine Kindergartengruppe, betreut von 3 Kindergartenpädagoginnen. Im Raum empfängt uns ein Heulkonzert, in das Robin sofort einstimmt, als wir weggehen wollen. Somit heisst’s einmal bleiben. Da Claudia ins Büro muss, bleibe ich und ….. heute ist schon der dritte Tag, dass ich mit SaRo den Tag im Kindergarten verbringe. Gott sei Dank sind auch die anderen Kinder noch in der Eingewöhnungsphase und sind von einem Elternteil und oder dem Hausmädchen begleitet. Man stelle sich nun folgendes Szenario vor: Wir sitzen da im Kreis, doppelt so viele Erwachsene als Kinder, (ich der einzige Mann) und wir singen: if you are happy and you know it clap your hand…… (kein weiterer Kommentar). Die Kindergartentruppe ist recht multikulturell zusammen gesetzt, Kinder aus allen Teilen der Welt geben sich ein Stelldichein.

Die Klasse von Jakob ist nicht so multinational zusammen gewürfelt. Jakob ist der einzige Europäer, seine Mitschüler kommen alle aus Japan oder China. Alle haben sie gemeinsam, dass sie nicht Englisch können. Trotzdem – der Unterricht wird in Englisch abgehalten. Jakob musste schon zwei Aufsätze in Englisch schreiben – wie er das geschafft hat wissen wir nicht. Noch weniger wissen wir, wer diesen Aufsatz je gelesen und verstanden hat. Bei Jakob merken wir mit jeden Tag, wie seine Freude und Anstrengung, sich im Englischen verständlich zu machen, wächst.

Im Nachhinein betrachtet verlief die Einschulung unserer Kids im neuen Umfels doch viel einfacher und smoother als wir zunächst erwartet hatten. Jakob ist stolz ein Stamford Lion zu sein und freut sich (ja wirklich!!!) jeden Tag aufs Neue, wenn ihn der Schulbus abholen kommt um ihn in die Schule zu bringen. Auch Savannah und Robin haben sich mittlerweile gut eingelebt  und steigen jeden Tag mit strahlenden Saugen in den Schulbus.

 

 

 

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