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Ausflug auf die Insel Ubin – Von Affen gejagt

Die Insel Ubin ist eine kleine, wenige Kilometer nördlich von Singapur gelegene Insel. Vom Changi Ferry Terminal fahren regelmäßig Bumboats auf die Insel Ubin. Die Überfahrt dauert knapp 10 Minuten.

Sobald man seinen Fuß auf die Insel setzt, meint man durch  eine Zeitmaschine um zumindest 50 Jahre in die Vergangenheit katapultiert zu sein. Auf Ubin scheint die Uhr in den 1960er Jahren stehen geblieben zu sein: Kein Lärm, keine Wolkenkratzer, kein geschäftiges Treiben und nur ein paar alte Autos. Die wenigen Inselbewohner leben in einfach ausgestatteten Holzhütten unter Wellblechdächern. Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Die Singapurer schätzen das ländliche Leben auf Ubin, das so genannte Kampung Leben.

Kampung ist ein malaysisches Wort. Es steht für ein Leben in kleinen Dörfern. Die Menschen leben in einfachen, spärlich ausgestatteten Holzhütten und pflegen rege Nachbarschaftsbeziehungen.  Für viele Menschen steht Kampung auch für ein rückwärts gerichtetes, traditionelles Leben. Einstmals befanden sich auf Singapur zahlreiche Kampung Dörfer. Die meisten von ihnen wurden aber durch die Urbanisierung im Laufe der letzten 60 Jahre zerstört.

Die ca. 130 Inselbewohner leben ein geruhsames, friedliches Leben. Die Insel hat kein Fließwasser, keine flächendeckende Stromversorgung und ein sehr veraltetes Abwassersystem. Die Menschen auf Ubin leben ein authentisches Leben mit dem Ziel, möglichst autark und unabhängig zu sein. Sie sammeln Früchte und Pflanzen, fangen Fische mit selbst gebastelten Angeln, sammeln Krabben ein und verkaufen diese an das einzige Restaurant der Insel beim Bootsanlegeplatz. Sie sammeln Strandgut und verwerten dieses weiter. Die Inselbewohner bauen ihre Holzhütten selbst und halten sie gut in Schuss.

Das Kampung Leben ist kein passives, abwartendes Leben. Ganz im Gegenteil – es ist ein hoch aktives Leben, mit dem Ziel, das tägliche Überleben zu sichern, ohne sich jedoch ein großes Vermögen verdienen zu wollen.

Bei einem Radverleih gleich bei der Bootsanlegestelle leihen wir Fahrräder und starten zu unserer Erkundungstour. Schon nach wenigen 100 Metern haben wir unser erstes Ubin – Erlebnis: Eine Meute Wildschweine mit Frischlingen kommt unversehens aus dem Gebüsch hervor und quert die Strasse vor uns. Wir mussten scharf abbremsen, um nicht mit einigen der Jungtiere zusammenzustoßen. Gott bewahre uns vor einer Kollision mit Frischlingen! Die Muttertiere können ganz schön ungemütlich werden, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen.  Doch es sollte noch abenteuerlicher kommen: Jakob und sein Freund Keita posierten mit ihren Fahrrädern für ein Fotoshootings inmitten der Strasse. Plötzlich ließen beide Jungs ihre Fahrräder mit lautem Geschrei fallen und stürzten Hals über Kopf davon.  Eine Horde wild gewordener Makaken hatte es auf unsere Jause abgesehen, die im Fahrradkorb der Kids gelagert waren.  Mit lauten Schreien und wildem Herumgefuchtel versuchten wir die „Bösewichte“ zu vertreiben. Aber jedes mal, wenn wir uns näherten, fauchten die Tierchen uns wild an und zeigten ihre spitzen Eckzähne. Wir gaben nach und die Affen verzogen sich mit ihrer Beute in die Bäume. Prost Mahlzeit! Nun waren wir gewarnt. Ich verstaute den Rest unserer Jause in einem kleinen Rucksack und steckte diesen in den Fahrradkorb an der Lenkstange. Jedoch  hatten wir nicht mit der Dreistigkeit der Affen gerechnet. Schon beim nächsten Fotostop kam es zu einer weiteren Attacke der Affen: Diesmal hatten sie es auf den Rucksack in meinem Fahrradkorb abgesehen. Alarmstufe rot! Wir mussten unbedingt verhindern, dass die frechen Biester unseren Rucksack erbeuteten, in dem wir unser Geld und unsere Ausweispapiere aufbewahrten. Wir brüllten die Tiere an und hielten sie mit Stöcken in der Hand auf Distanz. Angesichts dieser unerwarteten Gegenwehr zogen sich die Makaken zurück um eine neue Attacke zu starten. Da kam uns eine Wildschweinmeute zu Hilfe, die grunzend und mit der Schnauze im Waldboden wühlend, den Weg entlang trottete. Angesichts der Wildschweine zogen sich die Makaken noch weiter in den Wald zurück. Wir nutzten die Gelegenheit und radelten flugs davon.

Glücklicherweise war das die letzte Affenattacke. Den Rest des Tages radelten wir gemütlich und unbehelligt von Affen alle Ecken der Insel ab. Wir genossen die spezielle Retro- Atmosphäre von Ubin.  Eine Insel, die nur wenige Bootsminuten vom hypermodernen Singapur mit seinem geschäftigen und rastlosen Treiben entfernt liegt. Ein Besuch von Pulau Ubin lohnt sich allemal!

Das nachstehende 3 Minuten Youtube Video vermittelt einen tollen Eindruck von der Insel https://youtu.be/KmQR74Lpkbo

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